Modejournalismus an der AMD
  • July 15, 2013
  • Blog | Life
  • Modejournalismus an der AMD

    Als ich mich vor circa zwei Jahren durch das Internet für passende Studiengänge und Unis gewühlt habe, war ich der Verzweiflung nahe. Unruhige Nächte und Zukunftssorgen (Was werde ich studieren? Werde ich etwas passendes finden? Ich kann nichts passendes finden!) quälten mich monatelang. Ich konnte keinen einzigen Studiengang finden, bei dem mir die Inhalte zu mindestens 60% gefallen haben. Immer war irgendetwas dabei, das absolut nicht passte.

    Aufgeben kommt für mich nicht in Frage und ich nehme Herausforderungen gerne an, aber auswendig lernen ist nicht mein Ding. Drei Jahre lang hätte ich das in einem Studium nicht durchgehalten. Ich wollte etwas Kreatives, ich möchte etwas Schaffen, ich will Ergebnisse sehen und in meinen Händen halten können.

    Ich weiß nicht mehr genau, wie ich dann letztendlich auf Modejournalismus/Medienkommunikation an der AMD gestoßen bin, aber ich war sehr froh und erleichtert. Die Inhalte schienen interessant und kreativ. Allerdings ist die AMD nicht gerade billig und da ich kein Bafög bekommen werde, noch schwieriger zu bewältigen. Also habe ich den Gedanken ersteinmal wieder zur Seite geschoben und weitergesucht. Auch gab es im Internet außer der eigenen AMD Seite (amdnet.de) nicht viele Meinungen und Äußerungen von (ehemaligen) Studenten über den Studiengang. Aus diesem Grund werde ich euch hier ein wenig genauer berichten, wie alles abgelaufen ist.

    Modejournalismus an der AMD?

    Genau genommen ist Modejournalismus / Medienkommunikation kein Studiengang, sondern eine Ausbildung. Die Inhalte sind sehr praxis orientiert, als einen “Studiengang” dürfen sie es deshalb nicht bezeichnen.

    Allerdings gibt es jetzt die Möglichkeit nach 4 Semestern an der AMD 7 Wochenendkurse für ein Jahr an der University of South Wales (http://www.southwales.ac.uk/) zu absolvieren. Dann hat man nach normaler Studienzeit von 7 Semestern einen Bachelor of Arts in Creative Industries in der Tasche.

    Wieso AMD?

    Modejournalismus hat mich besonders angesprochen, weil ich schon seit mehreren Jahren als freie Mitarbeiterin bei einer lokalen Zeitung tätig bin und dort auch bereits ein Praktikum absolviert habe. Dazu habe ich noch ein Praktikum bei Peek & Cloppenburg gemacht, welches mir auch sehr gefallen hat.

    Bei meiner weiteren Suche nach einer Alternative, habe ich leider nichts vergleichbares gefunden. Nie hatte ich das selbe gute Gefühl wie bei der AMD. Nach langem hin und her überlegen habe ich mich dann doch dazu entschieden, zu einem der Infoabende zu gehen.

    Wie geht es weiter? Wie bekomme ich einen Studienplatz an der AMD?

    Normalerweise musst du zu einem Infoabend zu dem Standort deiner späteren Studienortwahl gehen, da bei mir aber alles ein wenig anders durch mein Auslandsaufenthalt lief, stand ich bei der AMD in Hamburg auf der Matte. Hinterher wurden die Bewerbungsaufgaben mit Text-, Recherche – und Visualisierungsaufgaben an Interessenten verteilt.

    Zwei Wochen hat man Zeit, um diese zu bearbeiten. Ein Teil meiner Aufgaben bestand aus einer Fotostrecke, die einen aktuellen Sommertrend behandeln soll. Ich hatte mich für die Farbe gelb entschieden.

    Hier ist eins der Bilder, mit denen ich mich beworben habe:

    Modejournalismus an der AMD

    Wie läuft der Auswahltag der AMD ab?

    Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, wie lange ich auf eine Antwort warten musste, aber lange war es nicht. Daraufhin wurde ich zu einem Auswahltag zur AMD in München eingeladen. Wieder wurde unser Schreibtalent und unsere Visualisierungskraft geprüft, gefolgt von einem Allgemeinwissenstest und einem persönlichen Gespräch in kleinen Gruppen.

    Schon ein paar Tage später erhielt ich eine Antwort – sie war positiv. Ehrlich gesagt, habe ich mit einer Zusage nicht gerechnet und war demnach umso erfreuter über die gute Nachricht.

    Die AMD hat jedes Jahr unzählige Bewerber, nimmt aber jährlich nur um die 25 Schüler pro Studiengang/Ausbildung.

    Typische Fragen über die AMD?

    Auch jetzt, einem Jahr nach meiner Zusage, lese ich noch regelmäßig neue Einträge, die Leute wie ich damals in Modeforen schreiben. Fragen gibt es viele. Die Meisten gehen um diese Themen:

    • Ist es das viele Geld wirklich wert?
    • Kann ich auch Gesellschaftswissenschaften studieren und danach mit Praktika und einem Volontariat in Modemagazine gelangen?
    • Hat man danach gute Chancen?
    • Besteht die Mögleichkeit einen Bachelor zu machen?

    Ob es das viele Geld wert ist, kann ich noch nicht beurteilen, da ich erst nächstes Jahr anfangen werde. Sicher ist der Betrag nicht wenig, aber im Laufe der Studienzeit hat man die Möglichkeit Kontakte durch Besuche der Moderedaktionen zu knüpfen. Man lernt viele wichtige Menschen der Branche kennen, die einem später eventuell helfen können. Bei einem “normalen” Studium hat man dazu nicht die Möglichkeit.

    Ohne Kontakte und einflussreiche Eltern ist es sehr schwer, den Manolo, ähh Fuß, in die Tür zu bekommen.

    Generell ist es (fast) egal, was man als werdender Journalist studiert. Es geht unter anderm mehr darum, die richtigen Techniken der Recherche zu kennen/erlernen. So hat eine ehemalige Kollegin aus dem regionalen Tagesblatt Orientwissenschaft studiert. Ein gesellschaftswissenschaftlicher Hintergrund wie Germanistik oder Kommunikationswissenschaften ist aber sicher nicht verkehrt. In fast keinem anderen Feld gibt es so viele Quereinsteiger wie im Mode Business.

    Du hast es selber in der Hand. Mach etwas draus, liefere ab und bring dich mit ein. Viele der AMD Absolventen arbeiten in guten Positionen, so ist Anfang des Jahres Kerstin Weng, AMD Absolventin, Chefredakteurin der deutschen Cosmopolitan geworden. Weitere ehemaligen Studenten arbeiten bei der Vogue, Instyle oder Elle (und viele mehr).

    Seit Kurzem besteht die Möglichkeit einen Bachelor in Kooperation mit der University of South Wales (siehe oben) zu machen.

    Generell gilt im (Mode)journalismus: Je früher desto besser.

    Fange früh an zu schreiben und sammel möglichst viele Erfahrungen. Ob bei der Schülerzeitung, als freier Mitarbeiter bei der lokalen Zeitung oder aber du hast einen eigenen Blog: Erfahrung ist alles.

    Ich hoffe, mein Beitrag hilft euch ein wenig weiter. Bei weiteren Fragen, stehe ich gerne zur Verfügung: info@lovealwaysliv.com

    EDIT (Januar 2015): Ich habe mittlerweile so viele liebe Nachrichten über diesen Artikel bekommen und werde immer wieder gefragt, wie meine Erfahrungen nach dem Studienstart mit der AMD sind. Jedoch habe ich mich nach meinem Au Pair Jahr dazu entschieden, erst einmal in den USA zu bleiben und hier zu studieren. Ich studiere nun Marketing in Milwaukee, Wisconsin und meine Entscheidung hier zu bleiben, hat nichts mit der AMD an sich zu tun. Generell kann ich aber jedem raten: Wer es wirklich will und genug dafür im Vorfeld tut wie zum Beispiel bloggen, bei der lokalen Zeitung zu berichten oder bei der Fashion Week auszuhelfen, schafft es auch. Egal bei welcher Uni und egal wie viel man für die Bildung ausgibt. Die AMD kann Türen öffnen, gerade auch weil einige Absolventen in den grossen deutschen Magazinen arbeiten, sicher ist es aber natürlich nie. Mein Tipp: Bleibt dran und seid ehrgeizig! Lasst euch von einem “Nein” nicht abschrecken!

    2 thoughts on “Modejournalismus an der AMD

    1. Anonymous

      Hi!!
      Wollte dich mal fragen ob du dort mittlerweile schon studierst oder erst dieses Wintersemester beginnst? Und wie du deine Berufschancen schätzt.
      Bin nämlich auch gerade am überlegen, aber wenn ich schon so viel zahle, möchte ich auch später eben auch einen Job der sich für mich “auszahlt” 😉 Wäre toll wenn du mir da ein wenig helfen könntest 🙂

      Reply
      1. Livia Börger

        Hey!
        Ich fange erst zum nächsten Wintersemester an, da ich noch ein Jahr länger in den USA bleiben werde. Die Berufschancen sind ganz gut denke ich, so ist zum Beispiel die aktuelle Chefredakteurin der Cosmopolitan, Kerstin Weng, eine AMD Absolventin und auch die Modechefin der Instyle ist AMD Absolventin. Du wirst in den Semestern einige Ausflüge in die Redaktionen machen und so erste Kontakte knüpfen, was in dieser Branche das A und O ist.
        Nach dem Studium kann es trotzdem sein, dass du für eine Weile als unbezahlter Praktikant arbeitest, das liegt aber nicht am AMD Abschluss, sondern an der Modebranche an sich. Vom Praktikum kannst du allerdings als Modeassistent übernommen werden und dich dann weiter hocharbeiten. Hoffe, das konnte dir helfen!

        Reply

    Leave a Reply

    Your email address will not be published. Required fields are marked *